PCG Academia nimmt erstmals am DSpace North American User Group Meeting teil
24 July 2026 4 Min. LesezeitWir freuen uns, mitteilen zu können, dass PCG Academia erstmals am DSpace North American User Group Meeting teilnimmt. Das diesjährige Treffen findet vom 28.–30. September 2026im Lamont Forum Room der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, statt.
Veranstaltet wird es von der DSpace North American User Group in Zusammenarbeit mit LYRASIS und Harvard Library Open Scholarship and Research Data Services. Es bringt die Menschen zusammen, die DSpace in der Region betreiben und unterstützen: Repositoriumsverantwortliche und Administration, Entwickelnde und technisches Personal sowie Dienstleister.
Unser Beitrag wurde ins Programm aufgenommen
Wir fühlen uns geehrt, dass unser Beitrag vom Team von Harvard Library Open Scholarship and Research Data Services ausgewählt und ins Konferenzprogramm aufgenommen wurde. Małgorzata Paszkowska präsentiert „DSpace as a Living Repository: Integrating Low-Code Platforms to Drive Research Workflows“ am Montag, dem 28. September.
Worüber wir sprechen werden
Die meisten Einrichtungen behandeln DSpace als Zielort – als Ablage, in der fertige Arbeiten im Nachhinein hinterlegt werden. Unser Vortrag plädiert für ein anderes Modell: DSpace als lebendiges Datenrückgrat, aktiv integriert mit einer Low-Code-Workflow-Plattform, um den Forschungsalltag zu steuern.
Wir führen durch eine praktische Umsetzung anhand zweier Anwendungsfälle.
Fall 1) Leistungsbeurteilung des wissenschaftlichen Personals. DSpace dient als maßgebliche Datenquelle. Statt Publikationen und Projektergebnisse von Hand erneut zu erfassen, fragt die Low-Code-Plattform DSpace über die API ab und befüllt die Beurteilungsformulare vorab mit geprüften bibliografischen Datensätzen. Der Freigabeworkflow (wissenschaftliche Person, Fachbereichsleitung, Vice Provost for Research) wird direkt in der Low-Code-Umgebung konfiguriert, mit automatischen Benachrichtigungen und erneuter Einreichung in jeder Phase.
Fall 2) Forschungsprojektmanagement. Projekte werden vollständig innerhalb der Low-Code-Plattform angelegt und gesteuert: Teamzusammensetzung, Aufgabenverfolgung, Budgetüberwachung und Erfassung von Ergebnissen. Hier ist DSpace nicht nur Ablageziel, sondern Datenquelle. In DSpace hinterlegte Forschendenprofile und Gerätedatensätze fließen direkt in die Projekteinrichtung ein und machen doppelte Dateneingaben überflüssig. Erreicht ein Projekt einen definierten Meilenstein, stößt die Plattform automatisch eine Ablage in DSpace an, vorbefüllt mit Metadaten, die über den Projektlebenszyklus entstanden sind. Die Integrationsschicht lässt sich weiter auf HR- und ERP-Systeme ausdehnen und macht DSpace zum Knotenpunkt eines breiteren institutionellen Datenökosystems.
Die Integration basiert auf der DSpace REST API, konfiguriert über die nativen API-Fähigkeiten der Low-Code-Plattform und das praktische Wissen unseres Teams über das DSpace-Datenmodell. Keine Middleware-Produkte. Der Aufwand floss in das, worauf es wirklich ankommt: Metadaten-Mapping, Workflow-Design und Berechtigungsmodellierung.
Die Teilnehmenden nehmen ein klares Architekturmuster mit, ein praxistaugliches Rahmenwerk für das Metadaten-Mapping und ehrliche Lehren aus der Praxis – einschließlich dessen, was man vor dem Start einplanen sollte.
Ein anderer Blick auf DSpace
Das Programm des DSpace North American User Group Meeting ist reichhaltig und deckt vieles ab, woran die Community arbeitet: konfigurierbare Entities, ORCID und persistente Identifikatoren, die Zusammenführung von DSpace und DSpace-CRIS, cloud-native Bereitstellung, Nutzungsstatistiken, Barrierefreiheit von Inhalten und Bitstream-Persistenz. Vieles davon blickt nach innen, auf das Repositorium selbst – und genau diese Arbeit hält die Plattform gesund.
Wir sehen DSpace inzwischen etwas anders: weniger als Archiv am Ende eines Prozesses, mehr als eine Komponente in einem lebendigen institutionellen Ökosystem, verbunden mit den Systemen, in denen Menschen täglich tatsächlich arbeiten. Darum geht es unserem Vortrag im Kern, und deshalb nähert er sich DSpace aus einer anderen Richtung als der Großteil des Programms: nicht vom Repositorium selbst her, sondern von den institutionellen Prozessen darum herum – Personalbeurteilung, Projektmanagement und Verbindungen zu HR- und ERP-Systemen. Wir bringen zudem eine Perspektive von außerhalb Nordamerikas mit und einen Low-Code-Ansatz, der in diesem Rahmen selten vorkommt. Beide Sichtweisen werden gebraucht, und wir sind gespannt, wie unsere bei Menschen ankommt, die ähnliche Probleme in anderen Kontexten lösen.
Wir freuen uns auf die Gespräche in Cambridge. Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Sie auf der: